Bewegen und bleiben. Prosa liest man und Prora lebt man. Der Sieger des Literaturwettbewerbs machte es vor.
„Basti, der Held“, so seine eMail-Adresse, ging als Sieger des Literaturwettbewerbs ‚Bewegen und bleiben’ von Literaturhaus Kuhtor in Rostock und Prora03 hervor. Die Beteiligung am Wettbewerb im Vorfeld des Events war „mit 30 Einsendungen nicht umwerfend groß“, so Jurymitglied Dr. Wolfgang Gabler, der Siegerbeitrag von Sebastian Schönbeck aus Wismar dafür aber „ziemlich reif“. Der Autor schmunzelt und hat sein Publikum im Griff. Der Applaus der 50 Zuhörer im kleinen Raum war „ziemlich bizarr“, freute sich der Gymnasiast aus der Hansestadt.
Ein Dialog während einer Zugfahrt über verwilderte mecklenburgische Dörfer. Später vorbei am Imbiss, den Arbeitslose belagern, zum Strand im Duft porenentdunstender Sonnenmilch. Zukunft ist wohl woanders und trotzdem ist es hier so schön. Der Impuls für die Handlung des Beitrages, der durch „dichte Darstellung ohne Lücken“ glänzt, wie Gabler bescheinigte, kam Schönbeck… natürlich am Strand.
Keine leichte Kost war der Nachtisch: Texte der zweimaligen Lyrikmeisterin des Landes und Jurymitglied dieses Wettbewerbes, Nele Wichert. Die Studentin beeindruckte und verwirrte so mit dem hörbar interpunktionslosen Stück ‚Wangenknochenfenster’. Modern, so modern, dass Gabler die für den Zuhörer schwer erfassbare Struktur verteidigen musste: „Man kann keinen Reim mehr machen, den es nicht schon gab.“ Schönbeck nickt, Wichert lehnt sich zurück und der Literaturwissenschaftler aus Bad Doberan postuliert: „Der Reim ist tot.“
hr