Kreuze im Dunkeln

Die Suche nach Ideen für die eigene Zukunft hat viele Jugendliche nach Prora03 gebracht. Vereine, Initiativen, Parteien und Gewerkschaften buhlen um ihre Aufmerksamkeit. Aber es geht auch anders. Eine kleine Ausstellung zeigt leise, was man nicht tun sollte.

 

Es gibt in Prora Räume, die sucht man nicht, die findet man. Stille Kleinode in einer aufgewühlten Masse. In Aktionsfläche 10 gibt es einen solchen Raum. Er trägt die Nummer 159 und ist im Prora-Guide als „ein Raum zum Nachdenken“ (Seite 58) angekündigt. Obwohl dunkel und klein birgt dieser Raum viele Schicksale.

 

Die Ausstellung „Straßenkreuze – Wir sind die coolsten…“ ist hier zu sehen. Bis zur Decke sind die Wände mit 150 schwarzen Bilderrahmen gepflastert. Jedes Bild zeigt eines der Holzkreuze die man vom Grünstreifen deutscher Land- und Bundesstraßen nur zu gut kennt.

 

Zusammengetragen hat die Fotos Egbert Buchberger. Für Prora, wo er Programm-Koordinator der Projektgruppe ist, wurde Buchberger eine Jahr von seiner Tätigkeit als Berufsschullehrer freigestellt. Betroffen vom Unglück bei Unfällen zu Tode gekommener Schüler, begann er 1997 die Fotos zu machen. Er hängte sie im Schulhaus auf, so dass die Schüler auf ihrem Weg in die Pause die traurige Galerie passierten. Das Ziel war es, Prävention zu betreiben. Seinen Schülern wollte er vor Augen führen, dass der Sinn des Lebens doch auch noch etwas anderes sein müsse als durch einen fragwürdigen Fahrstil das eigene und das Leben anderer zu riskieren.

 

Vor drei Jahren erhielt Buchberger für seine Ausstellung den Verkehrssicherheitspreis des Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern. Auch hier in Prora sollen die Jugendlichen auf der Suche nach einer Zukunft auf den falschen Weg aufmerksam gemacht werden. Raum 159 ist ein Durchgangszimmer. Zwischen anderen Ausstellungen, die darauf bedacht sind, bunt und laut zu sein, wird man auf die Beklommenheit dieser kleinen Ausstellung aufmerksam. Die Anzahl der Holzkreuze und das Wissen, dass sie nur eine Auswahl sind, macht betroffen. Leider gehören diese hölzernen Mahnungen schon zu unserem Alltag. Es liegt an den Heranwachsenden, ihre Zahl in Zukunft zu verringern.

gr  



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