Geburtsort Finanzministerium

Prora03 beruht angeblich auf der spontanen Idee zweier Herren aus dem Finanzministerium. Die beiden sollen sich in der Mittagspause auf der Wendeltreppe die Prora-Idee ausgeheckt haben. Wir trafen die Ideenspender im Pressezentrum.

 

Herr Dr. Trümper, Herr Dr. Knapp (Foto), sie gelten als die Urheber von Prora03. Wie kommt das Finanzministerium auf die Idee, Geld für ein Jugendevent aufzutreiben?

 

Knapp: Der Landtag hat diesen „Fond für die Zukunft der Jugendlichen Mecklenburg-Vorpommerns“ eingerichtet. Die beiden roten Fraktionen entscheiden darüber, wofür das Geld ausgegeben wird. Da werden PCs für die Schulen bezahlt. MV hat die heute höchste Schulcomputerdichte bundesweit. Ansonsten wird ein Großteil des Geldes für Zukunftstechnologien wie Gen- und Bioforschung ausgegeben. Der Entscheidungsspielraum der Politik ist tatsächlich nicht so groß.

 

Trümper: Aber was haben Jugendliche heute davon? Wann ist ein Mensch noch mal in so einer Übergangsphase und offen für Fragen, die ihn bewegen? Wir haben ein Papier für unseren Staatssekretär verfasst und darin vorgeschlagen die Mittel für Jugendliche direkt zu verwenden und nicht für die Erwachsenen in der Zukunft.

 

 

Und die Rolle des Finanzministeriums dabei

 

Knapp: ist eine ganz einfache. Politik funktioniert über Institutionen. Die sichern die Demokratie aber sie verfestigen sich leider auch und werden starr. Dann macht der Landtag einen Beschluß, gibt den ans Ministerium weiter, die an die Verbände mit ihren Funktionären. Wo sind da die Jugendlichen?

 

Trümper: Wir wollten den Prozeß umdrehen. Eine Struktur auf der Spontaneität dieser kurzen Jugendzeit aufbauen.

 

 

Die Jugendverbände wünschen sich auch, dass Ministerien besser zusammenarbeiten, wenn es um Jugendprojekte geht. So wie es bei Prora geklappt hat. Macht es einen Unterschied, ob so eine Prora-Idee im Finanzministerium oder im Sozialministerium geboren wird?

 

Trümper. Fiese Frage.

 

Knapp: Ich glaube schon.

 

Trümper: Auf das Finanzministerium sind alle anderen Ministerien angewiesen. Normalerweise sind wir das Einsparministerium.

 

Knapp: Deshalb mussten wir die Idee auch länger geheim halten. Sonst wäre jeder angekommen und hätte gefragt; Wenn ihr für die was macht, kriegen wir dann auch was?

 

Trümper (lachend): Manchmal stehen die richtigen Leute vor einem offenen Fenster. Es ist der Moment. Eine Kette von Ereignissen. Man muß die Chancen nutzen. Wir sind da wohl durch viele offene Fenster gestiegen.

 

 

Warum gerade Prora? Was macht diese 5 km so besonders?

 

Trümper: Die Jugend passt einfach nach Prora. Hier stimmt alles: Viele Räume, viel Platz für Logistik. Rügen ist über die Landesgrenzen bekannt. Denkt an die Werbung, den nahen Bahnhof. der Landstrich ist schmal – deshalb gibt’s keine Nachbarn, die sich beschweren könnten, wenn die Musik in jugendgemäßer Lautstärke läuft.

 

Knapp: Prora ist einfach spannend, auch wegen der, wie Hinrich Küssner so schön sagte: „doppelten Last der Geschichte“ – also Nazizeit und DDR. Wo hätte es denn sonst stattfinden sollen?

 

 

Dann wären doch ihre Kinder hier besser aufgehoben.

 

Trümper grinst

Knapp: Meine Tochter hätte sich das strengst verbeten, wenn ich hier um die Ecke gucken würde und sie wäre auch da.

 

 

Ist es vielleicht Sehnsucht nach der Kindheit, die sie zu dieser Idee getrieben hat? Organisierten sie mehr aus gesellschaftlicher Verantwortung oder mehr aus Freude an der Sache?

 

Knapp: Ich sehe da keinen Gegensatz! Wir sind Beamte mit Herzblut. Organisiert haben ja eher Claus Wergin und das büro v.i.p.

 

Trümper: Die Idee wurde trotz aller anfänglichen Schwierigkeiten und Kritiken aufgenommen. Z.B. die Wismarer Rockwerkstatt aus dem Stehgreif. Da nimmt sich einer eine Gitarre und übt mit anderen ein Lied ein. Einfach schön.

 

 

Sie meinen, dass man in MV zu wenig für die sogenannten normalen Jugendlichen tut, dass sich die Regierung mit Hilfen für Randgruppen aufreibt.

 

Trümper: Politk greift Probleme auf, die offenkundig sind. Wo fällt der Jugendliche auf, der ganz normal in irgendeine AG geht? Für die muss man auch mal was anbieten.

 

Knapp: Na das ist doch immer so. Das hat doch mit der Sozialdemokratie zu tun. Es ist ja auch gut, dass man sich um Schwächere kümmert.

 

rh,cb



Suche
weitere Artikel
So alt wie ich
Der Jugendkutter „Sophie Scholl“ bot den Teilnehme..mehr..
 
Heimatgeschicht..
Es geht auch anders…   Durch eigenständige ..mehr..
 
Zeitleiste
Bis 1936 ...gab es den Ort Prora nicht. Die Buch..mehr..
 
Wie die Heringe
Der Hering ist eine Grundlage für Prora und war es..mehr..
 
Schätze in Pomm..
Angenehme Kühle erwartet mich in der Ostsee, natür..mehr..
 
Mehr als Servic..
Der lange Zeitraum des Jugendevents stellt selbst ..mehr..
 
Geburtsort Fina..
Prora03 beruht angeblich auf der spontanen Idee zw..mehr..
 

Unterstützt von:




(c) Onlineredaktion Prora03. Alle Rechte vorbehalten.

| Impressum | Kontakt |